Natürliche versus Künstliche Intelligenz – wo ist der Unterschied?

Da wir bisher immer von künstlicher Intelligenz gesprochen haben, was ist dann der Unterschied zur echten Intelligenz? Gibt es überhaupt eine? Wenn ja, wird in der Zukunft noch eine Unterscheidung möglich sein?

Es gibt keine allgemein akzeptierte Definition von Intelligenz, da sie von verschiedenen Wissenschaftlern und Forschern auf unterschiedliche Weisen interpretiert wurde. Dennoch gibt es einige Schlüsselmerkmale, die die menschliche Intelligenz charakterisieren:

  • Problemlösungsfähigkeit
    Die Fähigkeit, Probleme zu erkennen, zu analysieren und effektive Lösungen zu finden, ist ein zentrales Merkmal der Intelligenz.
  • Lernfähigkeit
    Menschen können aus Erfahrungen lernen und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ständig erweitern und anpassen.
  • Abstraktes Denken
    Intelligenz beinhaltet die Fähigkeit, abstrakte Konzepte zu verstehen und auf komplexe Situationen anzuwenden.
  • Flexibilität
    Intelligente Menschen können sich an verschiedene Situationen anpassen und flexibel auf Veränderungen reagieren.
  • Kreativität
    Die Fähigkeit, neue Ideen zu generieren, innovative Lösungen zu finden und originelle Werke zu schaffen, ist ein wichtiger Aspekt der Intelligenz.
  • Sprachliche und kommunikative Fähigkeiten
    Die menschliche Intelligenz umfasst die Fähigkeit, Sprache zu verstehen und zu verwenden, um Gedanken und Informationen effektiv zu vermitteln.
  • Soziale Intelligenz
    Die Fähigkeit, in sozialen Situationen erfolgreich zu interagieren, Empathie zu zeigen und zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln, ist ebenfalls ein wichtiger Teil der menschlichen Intelligenz.

Alle Punkte, bis auf den letzten, werden schon heute von der künstlichen Intelligenz abgebildet. Es ist die Fähigkeit, sich in die Lage einer anderen Person zu versetzen und deren Emotionen nachzuvollziehen, ohne notwendigerweise die gleichen Erfahrungen gemacht zu haben.

Es gibt zwei Hauptformen von Empathie

Empathie ermöglicht es einer Person, sich in andere einzufühlen, mit ihnen mitzufühlen und Verständnis für ihre Gefühle und Bedürfnisse zu entwickeln.

Empathy
Empathy – MidJourney Illustration

Kognitive Empathie
Dies bezieht sich auf die Fähigkeit, die Gedanken und Perspektiven einer anderen Person zu verstehen. Es bedeutet, in der Lage zu sein, die Gefühle und Gedanken eines anderen Menschen intellektuell nachzuvollziehen, ohne notwendigerweise die gleichen Emotionen zu empfinden.

Emotionale Empathie
Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit, die Emotionen einer anderen Person zu fühlen oder zumindest in gewissem Maße mitzufühlen. Es bedeutet, dass man sich in die Emotionen einer anderen Person hineinversetzen kann und sich emotional verbunden fühlt.

Der erste Punkt kann bis zu einem gewissen Grad bereits von KI abgebildet werden. Der zweite Bereich wird in den kommenden Jahren ebenfalls möglich sein, da die KI in der Lage sein wird, aus winzigen Gesichtsveränderungen den Gemütszustand einer Person abzulesen und darauf zu reagieren. Es ist natürlich nicht authentisch, aber stellt sich die Frage, ob echte Empathie von maschinengenerierter Empathie in einem praktischen Test unterschieden werden kann?

In den meisten Diskussionen über KI wird oft unsere schöpferische, göttliche Natur außer Acht gelassen. Wir neigen dazu anzunehmen, dass unser Verstand das Maß aller Dinge ist, was zu einem grundlegenden Missverständnis führt. 

Diese Vorstellung wurzelt seit einigen Jahrhunderten in unserer Kultur und unserem Menschsein, da wir die Prinzipien einiger weniger Wissenschaftler und Philosophen übernommen haben. Zu diesen Denkern gehören Nicolaus Copernicus, Galileo Galilei, Johannes Kepler, Isaac Newton, Charles Darwin und René Descartes. 

Sie legten großen Wert auf empirische Beobachtungen und Experimente als Grundlage für wissenschaftliches Verständnis. Die Beobachtung der Natur, um Erkenntnisse zu gewinnen, wurde betont. Copernicus, Kepler und Newton verwendeten mathematische Modelle und Methoden, um Naturphänomene zu beschreiben und zu erklären, was zu einem präzisen und quantitativen Verständnis der Welt führte. 

Ich denke, also bin ich – Ich bin, also denke ich

Der Ausspruch “Ich denke, also bin ich” stammt von René Descartes und bildete das Fundament unserer Selbstwahrnehmung. Diese Sichtweise unseres Selbst ist jedoch seit einigen Jahrzehnten nicht mehr relevant, da die Forschung im Bereich der Quantenphysik völlig neue Erkenntnisse ans Licht brachte. 

Rene Descartes
René Descartes – MidJourney Illustration

Um der Sache etwas näherzukommen, sollten wir den Satz umdrehen. ‚Ich bin, also denke ich‘. Denn das Denken ist nur eine Funktion unseres Bewusstseins, es ist aber nicht das, was wir wirklich sind. Wie sonst wäre es möglich, unsere Gedanken zu beobachten.

Diese Erkenntnis wurde auch von Eckhart Tolle gemacht, als er eines Morgens mit quälenden Gedanken aufwachte und durch seine anhaltende Depression an einen Punkt des Leidens gelangte. Der Gedanke, der in seinem Kopf kreiste, war: “Ich kann mit mir selbst nicht länger leben”. Bei genauer Betrachtung stellte er fest, dass es scheinbar zwei Personen gab. Wie konnte das sein? Dies war der Beginn seines Erwachens, und der Rest ist den meisten von uns bekannt.

Nicht nur er erkannte dies, auch viele erleuchtete Meister und Lehrer wie Buddha und Jesus kamen zu ähnlichen Erkenntnissen. Im Buch “Ein Kurs in Wundern” wird dieser Sachverhalt ausführlich beleuchtet und jegliches von uns “selbst geschaffene” Denken als Illusion oder Halluzination bezeichnet – ein gigantischer Film, den wir als unsere Realität betrachten. Übrigens hat man festgestellt, dass auch KI-Programme wie ChatGPT Halluzinationen haben – also Unwahrheiten generieren.

Wo ist unsere Aufmerksamkeit?

Wir befinden uns sozusagen in diesem Film, sind uns jedoch nicht bewusst, dass wir ihn selbst erschaffen haben. Ähnlich wie im Kino, wenn wir unsere Aufmerksamkeit vollständig auf den Film lenken. Dann vergessen wir, dass wir im Kino sitzen. Wir lachen, weinen, schmunzeln und wundern uns – ein Mix aus allen erdenklichen Gefühlen. Aber im Grunde geschieht nichts.

Wir verlassen nicht unseren Sitz. Alles, was wir erleben, ist eine perfekte Illusion.

Kommen wir nun zum Kern der Sache. Wenn unsere Welt eine selbst geschaffene Illusion ist, könnten wir unseren Verstand auch als künstliche Intelligenz bezeichnen. Künstlich deshalb, weil er nicht unsere Realität widerspiegelt, sondern eine Projektion, die wir aufgrund unserer “Wahrnehmung” für wahr halten. Wir erschaffen also eine neue KI innerhalb unserer bereits erschaffenen KI. Aus einer metaphysischen Perspektive betrachtet, handelt es sich um einen Mikrokosmos innerhalb des Makrokosmos. Wie die Spiralen einer Galaxie, die sich auf einer Muschel widerspiegeln.

Jetzt erhalten unsere Ansichten über die Schaffung künstlicher Intelligenz eine völlig neue Perspektive. Geht dann die Frage, ob eine solche KI gefährlich oder sicher ist, nicht auf unser eigenes Denken zurück? Erschafft die KI nicht genau das, was wir seit Urzeiten mit unserem eigenen Denken tun? Vergessen wir dann nicht, dass die KI einem Film im Kino ähnelt, den wir selbst eingelegt haben?

Wenn es überhaupt eine Gefahr in diesem Zusammenhang gibt, besteht dann diese Gefahr nicht darin, dass sich unsere Gedanken im Film verlieren und wir ihn als Realität erfahren?

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