Web 3.0 – Wird das Internet jetzt erwachsen und intelligent?

Wer seine Sozialisation auf sein Smartphone beschränkt, darf sich nicht wundern, wenn er bei einem Netzausfall plötzlich ganz alleine dasteht.
– Sonja M. Grass (*1959), öster. Schriftstellerin, Aphoristikerin

Die Entwicklung des Internets lässt sich vereinfacht in drei Kapitel unterteilen. Wie bei jeder guten Film Trilogie sollte man sich den dritten Teil nicht ansehen, ohne zu wissen, was in den beiden vorherigen passiert ist. Deshalb zu Beginn ein kleiner Sprung in die Vergangenheit, um einen Einblick und eine Übersicht der ersten zwei ‘Episoden’ zu erhalten.

Jeder, der weiß was das World Wide Web (WWW) ist, hat sicherlich in letzter Zeit schon einmal den Begriff Web 3.0 gehört. Vereinfacht ausgedrückt, ist das Web 3.0 die nächste, dezentralisierte Weiterentwicklung des Internets, bei der Blockchain-ähnliche Technologien in großem Umfang zum Einsatz kommen.

Auch wenn der erste Teil dieses Artikels etwas technisch ausfallen sollte, ist es doch unumgänglich, diese neue Entwicklung im Auge zu halten, um z. B. auch die Grundlagen eines neuen digitalen Geldsystems zu verstehen.

Die Anfänge des Internets

Lange, bevor es die Technologie zum Aufbau des Internets gab, hatten viele Wissenschaftler bereits die Existenz weltweiter Informationsnetze vorausgesehen. Nikola Tesla spielte in den frühen 1900er-Jahren mit der Idee eines “drahtlosen Weltsystems”, und visionäre Denker wie Paul Otlet und Vannevar Bush konzipierten in den 1930er und 1940er-Jahren mechanisierte, durchsuchbare Speichersysteme für Bücher und Medien.

Das Internet entstand in den 1960er-Jahren als eine Möglichkeit für Forscher der Regierung, Informationen auszutauschen. In den 60er-Jahren waren Computer groß und unbeweglich, und um die auf einem Computer gespeicherten Informationen nutzen zu können, musste man entweder zum Standort des Computers reisen oder sich Magnetbänder über das herkömmliche Postsystem schicken lassen.

Ein weiterer Katalysator für die Entstehung des Internets war die Verschärfung des Kalten Krieges. Der Start des Sputnik-Satelliten durch die Sowjetunion veranlasste das US-Verteidigungsministerium zu Überlegungen, wie Informationen auch nach einem Atomangriff noch verbreitet werden könnten. Bereits hier wurde zumindest als Idee der Grundstein zur Dezentralität gelegt.

J.C.R. Licklider vom MIT propagierte die Idee eines “intergalaktischen Netzwerks” von Computern. Kurz darauf entwickelten Informatiker das Konzept der “Paketvermittlung”, eine Methode zur effektiven Übertragung elektronischer Daten, die später zu einem der wichtigsten Bausteine des Internets werden sollte.

Foto: UCLA Samueli School of Engineering

Der erste funktionsfähige Prototyp des Internets entstand Ende der 1960er-Jahre mit der Einrichtung des ARPANET, des Advanced Research Projects Agency Network. Das ursprünglich vom US-Verteidigungsministerium finanzierte ARPANET nutzte die Paketvermittlung, um mehreren Computern die Kommunikation in einem einzigen Netz zu ermöglichen.

Die Technologie entwickelte sich in den 1970er-Jahren weiter, nachdem die Wissenschaftler Robert Kahn und Vinton Cerf das Transmission Control Protokoll und das Internet Protokoll (TCP/IP) entwickelt hatten, ein Kommunikationsmodell, das Standards für die Übertragung von Daten zwischen verschiedenen Netzen festlegte.

Das Web 1.0 – Eine Einbahnstraße

Die allererste Version des Internets wurde von Forschern wie Tim Berners-Lee in den 1990er-Jahren ins Leben gerufen. Es wird auch das statische Web genannt, welches aus drei grundlegenden Technologien besteht:

  • HTML oder Hypertext-Auszeichnungssprache
    Grundsätzlich die Formatierungssprache des Web.
  • URL oder der ‘unique resource locator’
    Die eindeutige Webadresse, die wir alle zum Auffinden von Webseiten verwenden.
  • HTTP oder Hypertext Transfer Protokoll
    Dies ermöglicht das Abrufen aller Informationen im gesamten Web.

Da es sich jedoch um ein statisches Web handelte, war es überhaupt nicht benutzerfreundlich. Es gab keine Algorithmen, die Seiten dynamisch bereitstellen konnten und die Seiten selbst waren auch sehr einfach. Die Funktionen dienten in erster Linie dem Zweck, E-Mails auszutauschen, Nachrichten in Echtzeit abzurufen und dergleichen.

Web 1 Einbahnstrasse
Das Internet Version 1.0 war eine Einbahnstraße

Es war eine einseitige Informationsautobahn. Der Inhalt dieser Webseiten wurde von den Unternehmen entwickelt, und die Nutzer konnten nicht mit diesen Webseiten interagieren. Anwendungen gab es nicht, es war ein Nur-Lese-Internet.

Etwa um das Jahr 2005 kam dann das Konzept des Web 2.0 auf. Während dieser Zeit fand ein Paradigmenwechsel bei der Nutzung von Websites durch Fortschritte bei den Webtechnologien wie Javascript, CSS und HTML 5 statt. Interaktive und reichhaltige Websites begannen sich zu verbreiten. Interaktive Webplattformen, die es dem Nutzer ermöglichten, eigene Inhalte zu generieren und einen viel größeren Teil dieser Websites als Ganzes.

Das Web 2.0 – Mit Apps auf der zweispurigen Autobahn

Wenn das Web 1.0 ein Nur-Lese-Web war, dann kann das Web 2.0 als ein Lese-Schreib-Web betrachtet werden, bei dem die Nutzer auf diesen Plattformen auch für den Inhalt von grundlegender Bedeutung sind. Dies wird manchmal auch das soziale Web genannt und es wurde durch Innovationen in der Technologie, wie die Mobiltelefon-Apps, beschleunigt. Aber es hat immer noch entscheidende Schwachstellen.

Gefährdete Sicherheit
Unternehmen, die es geschafft haben, in der Web 2.0 Umgebung zu florieren, wie z.B. Facebook, jetzt Meta, Google, YouTube, Twitter, Uber etc. haben es geschafft, Billionen von Dollar für ihre Aktionäre zu generieren, indem sie Nutzerdaten von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt auswerten. Sie haben die Art und Weise verändert, wie wir unser Leben gestalten, die Art, wie wir Essen bestellen, wie wir Fahrkarten bestellen, wie wir in Kontakt bleiben, und wie wir online bezahlen.

Milliarden von Daten liegen auf zentralen Servern und werden vermehrt das Ziel von präzise durchgeführten Hackerangriffen. Sensible persönliche Daten werden dadurch publik, und geknackte Passwörter werden anschließend dazu benutzt, um weitere Sicherheitsportale zu unterwandern. Im schlimmsten Fall sind Gelder auf Konten verschwunden, oder werden gestohlene Identitäten für kriminelle Zwecke verwendet.

Zensierte Informationen
Ein weiteres Problem des Internet 2.0 ist die Zensur. Die großen Technologieunternehmen können die von den einzelnen Nutzern erstellten Informationen zensieren und auch die Art der Informationen filtern, auf die die Nutzer zugreifen können. Dieser Mechanismus steht in krassem Gegensatz zu den Gründen für die Einführung des Web 2.0 und kann dazu führen, dass die „Wahrheit“ verschleiert wird und Ansichten und Grundsätze übernommen werden, die von den großen Technologieunternehmen bevorzugt werden. Erinnern wir uns daran, dass der ehemalige Präsident der USA – Donald Trump – im Jahr 2021 von seinem Twitter-Konto ausgesperrt wurde und bis heute gesperrt ist.

Wirtschaftliche Vorteile für digitale Giganten
Da die großen Technologieunternehmen Nutzerinhalte sammeln und daraus Einnahmen erzielen können, liegt der wirtschaftliche Nutzen der von Nutzern erstellten Inhalte bei diesen Unternehmen.

Der überaus entscheidende Punkt ist aber, dass das Internet 2.0 diesen Unternehmen gehört. Sie kontrollieren die Plattformen und sie sind die Hüter dieser Informationen.

Die größten Technologie Unternehmen
Die größten Technologie-Unternehmen – Bildrechte bei Statistika.com

Es scheint auf den ersten Blick, als ob Tesla hier nicht in die Liste der größten Internet-Firmen gehört. Aber unter der Muttergesellschaft von Tesla befindet sich auch SpaceX, und damit das Starlink Satelliten-System. Im Februar 2022 gab es bereits 2.091 Starlink-Satelliten, die zusammen ein Netz bilden, das den größten Teil der Erde mit Internet versorgen kann. Für einen späteren Vollausbau auf mehrere zehntausend Satelliten wird die Firma bis zu 30 Milliarden Dollar investieren.

Zentralisierte Finanzen
Abgesehen von den oben genannten Problemen wird das Finanzsystem des Web 2.0 auch maßgeblich von Zentralbanken und Finanzinstituten verwaltet, sodass die Nutzer auf Vermittlungsdienste zurückgreifen, ihre persönlichen Daten weitergeben und diesen Vermittlern Gebühren für die Überweisung ihrer Zahlungen zahlen müssen.

Das Web 3.0 – Der super intelligente Highway

Das Web 3.0 ist die nächste Generation des Internets, die dezentraler und erlaubnisfrei sein wird. Es ist auf dezentralen Protokollen aufgebaut, bei denen die Nutzer nicht nur bei der Erstellung von Inhalten, sondern auch bei der Verwaltung des Webs selbst die Möglichkeit haben, einen Teil des Netzwerks zu besitzen. Es ist aus Blockchain-ähnlicher Technologie, dem Metaverse, NFTs, maschinellem Lernen (ML) und künstlicher Intelligenz (KI) aufgebaut und gesteuert.

Das Web 3.0-Konzept verwendet Blockchain-Technologien als Grundlage für alles, was wir online tun. Inhalte und Daten werden von dezentralen, autonomen Einrichtungen kontrolliert, und es gibt keine Zensur von Informationen durch die großen Technologieunternehmen.

Einige Merkmale des Web 3.0:

  • Twitter kann jedes Konto oder jeden Tweet im Web 2.0 zensieren, aber Web 3.0-Tweets werden nicht zensiert.
  • Web 3.0-Zahlungen erfolgen auf Token-Basis und erfordern keine Weitergabe persönlicher Daten an Dritte. Da es keine zentrale Kontrolle gibt, sind auch keine Zwischenhändler zu bezahlen.
  • Web 3.0-Server werden nicht von Big Tech kontrolliert und basieren stattdessen auf einem dezentralisierten Netz aus Tausenden von Computern. Da es keinen einzigen Ausfallpunkt gibt, fallen die Web 3.0-Server niemals aus.
  • Die Benutzerauthentifizierung erfolgt über Blockchain-basierte private Schlüssel.
Internet of Things
Internet of Things – Alles wird miteinander verknüpft

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen wurden im Web 2.0 als Konzepte eingeführt. Heutzutage beeinflussen sie jede Softwarekategorie, und das Web 3.0 bildet hier keine Ausnahme. Web 3.0 basiert auf Technologien zur Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP), die es Computern ermöglichen, geschriebene und gesprochene Wörter zu verstehen und daraus eine Bedeutung abzuleiten. Während dies bereits mit der Rechtschreibprüfung, der automatischen Vervollständigung und der Spam-Filterung begonnen hat, wird das Web 3.0 durch die Entwicklung intuitiver Computerkapazitäten die nächste Stufe erreichen.

Dezentralisierung und Blockchain
Ich habe in einigen meiner Artikel bereits auf den gesellschaftlichen Wandel von einer zentralen zu einer dezentralen Steuerung hingewiesen. Was man momentan beobachten kann, ist ein langsamer Wandel weg von einer zentralen Struktur. Was uns in den letzten Jahrtausenden als eines der wichtigsten Formen der Strukturierung unterstützt hat, ist in unserer heutigen komplexen Welt nicht länger praktikabel und hilfreich.

Es stellt im Grunde einen der fundamentalsten Wandel in der Geschichte der Menschheit. Dieser neue Aspekt der Dezentralität wird sich in naher Zukunft durch alle Bereiche unseres Lebens ziehen, und wird selbstverständlich auch die technologische Entwicklung radikal revolutionieren.

Bei der technologischen Anwendung des Internets stellt die Dezentralisierung ein Konzept dar, bei dem Inhalte, Daten und Dienste über unabhängige Computer auf der ganzen Welt verteilt werden, anstatt ausschließlich von den Technologien der Big Tech abhängig zu sein. Dezentralisierte Systeme laufen über Peer-to-Peer-Protokolle (P2P) auf unabhängigen Betreibern in der ganzen Welt. Dies kann mithilfe der neuen Blockchain Technologie erreicht werden. Die Daten sind dabei redundant an verschiedenen Orten gespeichert, und werden zusätzlich in ihrer Integrität überprüft.

Die Blockchain-Technologie bietet einen einzigartigen Datensatz, der kollektiv über P2P-Transaktionen verwaltet wird, ohne dass Vermittler erforderlich sind. Blockchain ist im Wesentlichen eine Kette von Blöcken, wobei jeder Block aus einem kryptografischen Hash, einem Zeitstempel und den Transaktionsdaten des vorherigen Blocks besteht, die nicht geändert werden können. Blockchain-Blöcke sind daher unveränderlich und von vorneherein sicher, was sie zu einem nützlichen Instrument für Dezentralisierung und Verteilung macht. Im Grunde liegt hier das technologische Meisterstück, welches sich aus verschiedenen, bereits bestehenden Bausteinen zusammensetzt.

3D-Grafiken und das räumliche Web
Der natürliche Übergang von 2D-Grafiken zu 3D wird auch ein Teil der Web 3.0-Technologien sein. In Verbindung mit maschinellem Lernen und NLP kann das räumliche Web mithilfe von AR/VR-Technologien, intelligenten Brillen, autonomen Sensoren und virtuellen Welten mit der Realität verschmelzen. Web 3.0-Webseiten und neue intelligente Software integrieren das räumliche Web und 3D-Grafiken in das neue System.

IoT – Internet of Things
Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) beschreibt ein Netzwerk von physischen Objekten: “Dinge”, die mit Sensoren, Software und anderen Technologien ausgestattet sind, um sich mit anderen Geräten und Systemen über das Internet zu verbinden und Daten auszutauschen. Diese Geräte reichen von gewöhnlichen Haushaltsgegenständen bis hin zu hoch entwickelten industriellen Werkzeugen. Heute gibt es mehr als 7 Milliarden vernetzte IoT-Geräte und Experten gehen davon aus, dass diese Zahl bis 2025 auf 22 Milliarden anwachsen wird.

Eine der am schnellsten wachsenden Anwendungen betrifft die Zukunft des Autos. Das Internet der Dinge erfindet das Automobil neu, indem es vernetzte Autos ermöglicht. Mit dem IoT können Autobesitzer ihre Fahrzeuge aus der Ferne bedienen, indem sie z. B. das Auto vorheizen, bevor der Fahrer einsteigt, oder indem sie ein Auto per Telefon herbeirufen. Da das IoT die Kommunikation von Gerät zu Gerät ermöglicht, werden Autos sogar in der Lage sein, bei Bedarf ihre eigenen Servicetermine zu buchen.

Internet of Things
Internet of Things

Das vernetzte Auto ermöglicht es Automobilherstellern und -händlern, das Modell des Autobesitzes auf den Kopf zu stellen. Bislang standen die Hersteller in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den einzelnen Käufern. Im Wesentlichen endete die Beziehung des Herstellers zum Auto, sobald es an den Händler geliefert wurde.

Mit “Connected Cars” können Automobilhersteller oder Händler eine kontinuierliche Beziehung zu ihren Kunden aufbauen. Anstatt Autos zu verkaufen, können sie den Fahrern Nutzungsgebühren in Rechnung stellen und einen “Transport-as-a-Service” mit autonomen Autos anbieten. Das Internet der Dinge ermöglicht es den Herstellern, ihre Fahrzeuge kontinuierlich mit neuer Software aufzurüsten, was einen großen Unterschied zum traditionellen Modell des Autobesitzes darstellt, bei dem die Fahrzeuge sofort an Leistung und Wert verlieren.

Eine weitere interessante Möglichkeit besteht darin, das Auto zu vermieten, wenn es nicht gebraucht wird. Das intelligente Auto zeigt sich automatisch als verfügbar, und ein Kunde kann es buchen und darüber verfügen. Alle relevanten Daten werden dabei transparent ausgetauscht. Der Kunde weiß, wo das Auto steht, kann es nach Buchung mit seinem Smartphone öffnen, und der Betrag wird nach der Fahrt direkt vom Kunden abgebucht und dem Eigentümer überwiesen. Da die Transaktionen auf einer Blockchain basierenden Technologie funktioniert, und keine Banken beteiligt sind, geht die Gutschrift in Echtzeit beim Eigentümer ein.

Diese smarte Technologie kann sogar dazu benutzt werden, dass sich das Auto vom Eigentümer freikauft, und danach ein eigenes Mini-Unternehmen wird. Warum ist das relevant? Weil es völlig neue Möglichkeiten einer Kapitalanlage bietet – Stichwort Crowdfunding!

Warum Web 3.0?

Das Ziel von Web 3.0 ist es, das Internet zu einem offenen und gleichberechtigten Netzwerk zu machen, an dem jeder teilnehmen kann. Die Vorteile von Web 3.0 sind:

  • Interoperabilität
    Durch die Zusammenführung von Informationen aus allen Bereichen des Webspektrums kann das Internet Anwendungen ermöglichen, die über verschiedene Plattformen und IoT-Geräte hinweg funktionieren und somit vereinbar sind.
  • Genehmigungsfrei
    Ein weiterer Vorteil des Web 3.0 ist die Verwendung von erlaubnisfreien Blockchains, die dazu beitragen, die Beschränkungen für Nutzer aufgrund ihres geografischen Standorts, ihres Wohlstands, ihrer Orientierung, ihres Geschlechts oder anderer demografischer Merkmale zu verringern.
  • Selbstverwaltung und verteiltes Eigentum
    Das Web 3.0 benötigt keine zentrale Autorität, daher können dezentralisierte Apps, sogenannte dApps, nicht gefiltert oder zensiert werden. Außerdem wird dadurch sichergestellt, dass die Eigentumsrechte auf alle Nutzer im Netzwerk verteilt sind,
  • Sicherheit
    Verteilung, Dezentralisierung und die Verwendung von Blockchain machen das Web 3.0 sicherer als seine Vorgänger.

Welche Anwendungen gibt es heute im Web 3.0?

Obwohl Web 3.0 als die nächste Stufe des Webs definiert wird, ist es noch in der Entwicklung. Aber es gibt bereits Anwendungen, die die mit Web 3.0 verbundenen Praktiken und Ideologien übernehmen.

Alexa, Siri und Bixby
Amazons Alexa, Apples Siri und Samsungs Bixby sind perfekte Beispiele für das Web 3.0 und sein Potenzial in der Zukunft. Diese virtuellen Assistenten erfüllen alle Voraussetzungen, um das Web 3.0 zu verstehen, indem sie KI und NLP zu einer semantisch intelligenten Webanwendung zusammenführen. Alle diese KI-fähigen Assistenten können Sprachanfragen verstehen und haben das Potenzial, in Zukunft noch komplexere und personalisiertere Befehle auszuführen.

Alexa Echo
Alexa Echo von Amazon

Decentraland
Decentraland wird auch als Metaverse bezeichnet und ist ein Ort, an dem sich Nutzer treffen, Kontakte knüpfen, an Veranstaltungen teilnehmen und virtuelle Grundstücke mit Kryptowährung kaufen können. Es ist ein Beispiel dafür, wie das Web 3.0 benutzerbasierte Regeln und Vorschriften demokratisiert, indem es den Mittelmann ausschaltet.

DTube
DTube ist ein dezentralisiertes Unternehmen im Stil von YouTube, das die Macht in die Hände der Nutzer legt, ohne dass eine zentralisierte Instanz (wie Google im Fall von YouTube) kontrolliert, welche Videos in den Feeds der Nutzer zu sehen sind.

Filecoin
Filecoin ist ein Open-Source-Projekt, welches persönliche und dezentralisierte Speicherlösung im Stil von Google Drive betreibt. Die Nutzer werden dafür bezahlt, dass sie dem Netzwerk ihren freien Speicherplatz zur Verfügung stellen.

Steemit
Steemit ist eine soziale Blogging-Website wie Reddit, auf der Benutzer für ihre Inhalte auf der Grundlage der von anderen Benutzern abgegebenen Stimmen in Kryptowährung bezahlt werden.

Wolfram Alpha
Wolfram Alpha ist eine weitere Anwendung im heutigen Web 3.0, die Fragen der Benutzer mit Hilfe von Berechnungen beantwortet, anstatt eine Liste von Webseiten zu liefern, wie es andere Suchmaschinen tun. Während Suchmaschinen wie Google auf den beliebtesten Suchbegriffen basieren, liefert Wolfram Alpha genau das, wonach Sie gefragt haben. Wenn Sie zum Beispiel bei Google und Wolfram Alpha nach “Frankreich gegen Brasilien” suchen, liefert Google auch fußballbezogene Ergebnisse (da dies die beliebteste Suche ist), während Wolfram Alpha Ihnen einfach die Unterschiede zwischen Frankreich und Brasilien liefert.

Wolfram Alpha
Wolfram Alpha – Semantische Suchmaschine

Web 3.0 – nur der nächste Hype?

Obwohl das Web 3.0 eine bessere, größere Version des heutigen Webs verspricht, gibt es viele Skeptiker, die nicht bereit sind, es als das nächste große Ding zu akzeptieren. Wie oft schon wurden der Menschheit neue technologische Entwicklungen versprochen, die ihr Leben vereinfachen, verbessern und letztlich zu mehr Wohlstand führen sollen? Und wie viel ist davon übrig geblieben?

Jack Dorsey, der CEO von Twitter, der Experte für Blockchain-Technologie David Gerard, sowie der CEO von Tesla und Tech-Milliardär Elon Musk halten Web 3.0 für ein Marketing-Schlagwort ohne konkrete Bedeutung. Es scheint jedoch, dass das Schlagwort bei Twitter einige Veränderungen bewirkt, da Esther Crawford, eine leitende Projektmanagerin bei Twitter, erwähnt hat, dass Twitter Möglichkeiten zur Integration von Web 3.0 untersucht.

Echte Web 3.0-Enthusiasten glauben, dass Facebook keine Zukunft im Web 3.0 hat. Facebook hat sich jedoch kürzlich in Meta umbenannt. Meta konzentriert sich auf “robuste Interoperabilität”, um ein virtuelles Metaversum zu schaffen, und CEO Mark Zuckerberg möchte Facebook zur nächsten Grenze der sozialen Verbindung machen, indem er VR-Erfahrungen in Meta integriert.

Sundar Pichai, CEO von Alphabet (Google), hat ebenfalls erwähnt, dass er den Blockchain-Bereich beobachtet und gerne einen Beitrag zur Entwicklung dieser neuen Technologie leisten würde. Er hat erwähnt, dass es Pläne gibt, Dienste wie Google Maps und YouTube in der Zukunft in virtuelle Welten zu bringen, hat aber noch keine konkreten Pläne mitgeteilt.

Zusammenfassung

Manche halten Web 3.0 für eine Marketing-Spielerei ohne wirklichen Wert, während andere glauben, dass es die endgültige Zukunft des Webs, wie wir es kennen, ist. Unabhängig davon, was die Leute denken, kann man mit Sicherheit sagen, dass die verschiedenen vermeintlichen Säulen der Web 3.0-Technologie in den letzten Jahren in der Tech-Branche an Dynamik gewonnen haben.

Künstliche Intelligenz, die Verwendung von Blockchain und das Aufkommen von VR (Virtual Reality) sind allesamt unabhängige Säulen, die ihre Basis in der Tech-Welt stärken. In Anbetracht der enormen Sprünge, die die Technologie in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, ist es nicht völlig unmöglich, dass all diese Technologien zusammenkommen und die magische, verteilte, dezentralisierte Zukunft des Webs schaffen, die wir das Web 3.0 nennen können.

Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz

Im Laufe der Zeit ist das Internet zwar “frei” geblieben, wurde aber zunehmend korrumpiert. Ersichtlich wird das, wenn wir etwas online kaufen. Alle Suchanfragen werden protokolliert, anschließend in Sekundenbruchteilen an den Meistbietenden verkauft, und das Ergebnis Ihrer Suchanfrage wird damit im Grunde gegen Sie verwendet.

Der Grundstein für das Internet war der einfache Zugang für alle Menschen zu globalen und demokratisierten Informationsdatenbanken. Es sollte eine kollektive Anstrengung, ein Wissensarchiv und ein kreativer Spielplatz für die Bevölkerung sein. Wir, als Gesellschaft, haben es zu etwas anderem gemacht.

Eine hohe Anzahl von Menschen entwürdigen andere Menschen in den sozialen Medien – das Stichwort hierzu ist Cybermobbing. Eine von Hawdon im Jahr 2015 durchgeführte Studie ergab, dass etwa 53 Prozent der befragten amerikanischen, 49 Prozent der finnischen und 39 Prozent der britischen Teenager angaben, Hassreden und menschenverachtender Sprache in sozialen Medien ausgesetzt zu sein. Hassreden und pauschale Verurteilungen, wie wir sie in nie geahnten Ausmaßen in den Jahren 2020-2022 erlebt haben, sind mittlerweile zu etwas Alltäglichem geworden. Das wirklich Besorgniserregende daran ist, dass es uns alle desensibilisiert.

Informationen sind zunehmend unzuverlässig und verursachen Schaden auf globaler Ebene. Fake News verursachen jedes Jahr wirtschaftliche Verluste in Höhe von 78 Milliarden Dollar, und es wird erwartet, dass diese Zahl im Laufe der Zeit noch steigen wird. Absolut realistische menschliche Gesichter und Stimmen, die von Deepfake-Algorithmen erzeugt werden, werden das Problem des Identitätsdiebstahls und der Datenerpressung noch vergrößern.

Die Liste der Vor- und Nachteile lässt sich beliebig fortsetzen, denn Technologie ist nur ein Werkzeug, ein Katalysator für menschliche Eigenschaften. Die Technologie und damit auch das Internet ist sozusagen nur eine Erweiterung unseres Intellekts.

Der Mensch und Web 3.0
Der Mensch und Web 3.0

Das Web 3.0 wird die Probleme, die wir als Gesellschaft bereits vor den Anfängen des Internets hatten, nicht auf wundersame Weise lösen. Wir stehen allerdings an der Schwelle zu einem Neuanfang, und es wird sich in den nächsten Jahrzehnten zeigen, inwieweit wir unsere menschlichen Fähigkeiten dazu einsetzen, Freiheit und Wohlstand für alle zu gewährleisten und zu erschaffen.

Am besten gleich eintragen und einen Blick in die Zukunft werfen!

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