Beziehung – die Wiedervereinigung in der Liebe

Beziehung – Heilung durch die Berichtigung über die Liebe

Von der Bindung, die von Idealbildern und sachlichen Transaktionen geprägt ist, zur Fähigkeit, das eigene Wesen zu empfinden, und damit zur wirklichen Begegnung mit dem anderen.

Worum geht es in diesem Lebensbereich?

Nach dem Prozess der Individualisierung lernen wir nun, dass nichts im Leben getrennt von uns existiert. Es beginnt die Auseinandersetzung mit dem Anderssein. Unsere Einstellung zu Beziehungen und die Qualitäten, die wir in Freundschaften, Partnerschaften, unseren Mitmenschen, oder in einem Partner suchen. Wir kommen zu einem bestimmten Zweck zusammen – um die Qualität unseres Lebens durch die Verbindung miteinander zu verbessern, um eine Familie zu gründen, oder um mehr Sicherheit und Stabilität zu erlangen.

Wir erschaffen gesellschaftliche Konventionen, damit wir einer ausufernden Individualität entgegenwirken, und somit im Verhalten der Mitglieder einer Gesellschaft ein gewisses Maß an Fairness und Gerechtigkeit gewährleisten. Wir lernen eine bessere Zusammenarbeit mit anderen, wobei wir abwägen müssen, inwieweit wir kooperieren oder den eigenen Willen durchsetzen. Es ist die Kunst, ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen herzustellen, um die Erfahrung von Zusammenarbeit zu erwerben. Dies gilt auch für unser Arbeitsumfeld, in der Wirtschaft, im Rechtswesen und in der Politik.

In jeder Beziehung stellt der andere auch einen Teil von uns selbst dar. Was uns in uns selbst unbewusst ist, ziehen wir unweigerlich durch andere zu uns. Es sind Qualitäten, die wir in einer Beziehung oder einem Partner suchen. Auf einer tieferen Ebene repräsentieren sie allerdings die in uns verborgenen Qualitäten, die wir in unser Bewusstsein integrieren sollten, um wieder ganz zu werden. Man kann deshalb sagen, dass es eine Art Vorverwandschaft mit den Menschen gibt, mit denen wir eine Beziehung eingehen. Die Anteile, die wir in der Phase der Individualisierung abgegrenzt haben, müssen jetzt wieder integriert werden.

Lebensbereich Beziehung

Trennende Sichtweise

Die Auswahl eines Partners und dessen Wahrnehmung werden durch Vorstellungsbilder gefiltert. Diese Filter setzen sich aus Umfeld, Prägungen der Vorfahren, dem vorherrschenden Zeitgeist, wie auch den Medien und deren Werbung zusammen. Wenn wir an diesen Idealbildern festhalten, glauben wir, dass damit die seelischen Empfindungen genährt sind, und setzen uns über unser Gemüt oder Gespür hinweg.

Beziehungen sind häufig geprägt vom Konzept der Absicherung und damit der Versorgung. Dadurch wird das Augenmerk von der Qualität und der Substanz der Beziehung abgelenkt, und in Richtung der Gestalt verschoben. Falls darüber hinaus das Selbstwertgefühl aus der Partnerschaft bezogen wird, kann schnell ein Gefühl der Verunsicherung entstehen, wenn es zu Veränderungen in den Lebensumständen des Partners kommt. Nicht selten klammern wir uns ein Leben lang an den gleichen Partner, ohne dass die Beziehung der Tiefe unseres eigenen Wesens entspricht.

Wenn das Selbstwertgefühl nicht ausreichend entwickelt ist, zeigt sich das unter anderem in Selbstidealisierung, Selbstüberschätzung, dem Bedürfnis nach Bewunderung, und auch einem mangelndem Einfühlungsvermögen. In einem solchen Fall wird der Partner durch Schuldzuweisungen, emotionale Manipulation und Machtausübung zur eigenen Bestätigung nur benutzt.

Verbindende Sichtweise

Eine Projektion enthält das Potenzial eines projizierten Bildes, das in einem selbst eingeschlossen, und daher nicht bewusst ist. Wenn in einer Lebenssituation die Voraussetzung gegeben ist, dass sich dieses Bild zu erkennen gibt, besteht der erste Schritt darin, es in einem anderen Menschen wahrzunehmen. Es bietet sich die Chance zu erkennen, dass es etwas mit uns zu tun hat, und wir können es bewusst zurücknehmen. Jegliche Vorstellungen trennen uns von Wesenskern einer zwischenmenschlichen Beziehung.

Wenn wir uns eine innere Situation nicht bewusst machen, dann erfahren wir sie als Schicksal im Außen. Das projizierte Bild des Konflikts manifestiert sich in der Welt als zwei entgegengesetzte Hälften, als Fronten. Dies ist der wahre Ursprung von jeder Auseinandersetzung und jedem Krieg. Deswegen ist es nicht nur sinnlos, sondern führt obendrein noch zu mehr Konflikt, wenn wir versuchen die Welt zu verändern, ohne uns vorher bewusst zu machen, dass es ein nicht eingebundener Anteil von uns selbst ist.

Der Schritt in eine Beziehung beginnt mit der Erkenntnis, dass das, was ich im tiefsten Innersten suche, genau das Gleiche ist, was der andere auch sucht. Es ist das grundlegende Bedürfnis nach der Wiedervereinigung in der Liebe. Da die Liebe geistiger Natur ist, finden wir sie weder im Verhalten noch als Ausdruck unseres Körpers, und schon gar nicht in der Welt selbst.

Leitgedanken

  • Welche Vorstellungsbilder habe ich in meinen Beziehungen?
  • Sind Geben und Nehmen im Gleichgewicht?
  • Was ist die Substanz meiner Beziehungen?

Wie definierst Du Deine Weltsicht und Dein Selbstbild?

Der Selbsttest mit einer detaillierten Analyse ermöglicht es Dir, Deine aktuelle Lebenssituation zu reflektieren und herauszufinden, in welchen Lebensbereichen Du Veränderungen initiieren kannst, um ein erfüllteres Leben in diesen Bereichen zu erreichen.

Der Wandel in den zwölf Lebensbereichen

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